Wie schon letzte Woche angekündigt, gibt es heute einen Bericht aus dem Alltag meiner lieben Freundin R. Eigentlich wollte ich sie interviewen, doch dann drückte sie mir den folgenden Text in die Hände. Der Text ist also nicht von mir geschrieben worden, weshalb ich ihn nur minimal bearbeitet habe. Wie ihr unten lesen könnt, hast sie den ganzen Text so nebenbei getippt. Ich fand es ganz spannend mal zu lesen, wie sie so ihren Tag verbringt. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen. Have fun! Alles Liebe, eure Marika

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Ein Tag als Mama (7. April 2016)

4:45 Baby wach. hellwach. über mich heben an „starke“ Brust, stillen. dann versuchen Gequatsche, Gezerre, Geziehe zu ignorieren und einäugig mit Spielzeug zu versorgen. Papa stöhnt. irgendwas von mitten in der Nacht. ich fasle was von medizinisch durchgeschlafen, mehr als 5-6 h am Stück.


5:00 Papas Wecker. ankuscheln. drehe Kind den Rücken zu. Kind klettert an Bettrand hoch, neues Spielzeug klappernde Bonbonbox. Papa entwindet es seufzend. nächstes Spielzeug Mamas Haare. beim dritten Ziepen dann doch dem Baby zuwenden. bequatschen lassen. von hinten bekuschelt, von vorn nochma stillen. Papa begehrt mich, sehhhrrr schön.


5:30 aufstehen. Papa holt Baby zum Wickeltisch. ich wanke auf WC und dann zum Kaffeevollautomat. Mails checken. Arbeitlose Schwägerin schreibt in etwa „keine Zeit zum schreiben, viel zu tun“. Hmmm denk ich, nur gut dass ich Dauerlangeweile hab. in dem Moment beschließe ich, einmal einen Tag lang aufzuschreiben, was ich eigentlich so tue. gefühlt nämlich nichts, wenn man sich umschaut. der Erschöpfungszustand meines Körpers sagt aber: zu viel. Mal sehen, ob ich mit dieser Mitschrift herausfinde, warum ich so kaputt bin.


Schnell ins Bad und duschen, solang Papa noch Baby… zu spät, sie sitzt schon im Bad und strahlt mich an. streicheln, Kaffee schlürfen, ihren Blick auf meine Brüste ignorieren, schnell in Dusche steigen. sie wirft mir einen irritierten Blick zu: „warum gehst du weg von mir?“ entsetzter Blick mokierendes Gebrabbel: „Ein Duschvorhang zwischen uns?!“ Papa kommt, bevor es laut wird. Schnell Haare waschen. erstes Mal seit…? 4? 5? Tagen? ich kann mich nicht erinnern.. wie so oft…

Papa steigt auch in Dusche. Kind macht das Guckguckspiel. Vorhang weg. an Wanne festhalten. Mama zieht Vorhang zu. Vorhang auf. wir einigen uns auf Mitte. Mama steigt heraus, balanciert um inzwischen ausgeräumte Handtücher und Badsachen. Spielsachen brauchen wir eigentlich nicht. gibt genug „zu tun“ für meine Kleine in jedem Raum.


Abtrocknen während Baby an mir hoch will. und sie ist echt stark. Nix wie raus, schnappe Kaffee, Bademantel und Kind, stillen im Wohnzimmer, sie ist müde. dabei diesen Text schreiben. Offensichtlich so langweilig, dass sie einschläft. Kurz davor hat`s in der Hose geblubbert. Papa kommt angezogen aus Bad. Ohh, Kind doch nicht eingeschlafen…


1 Minute intensives Küssen. Mit Zunge, der Sex der Eltern. Mit schwerem „Sack“ auf linkem Arm, der leise atmet. Liebe Worte wie Kaffeeschneckchen, heißes Pantoffeltierchen, begehrender Blick… schön ? Vor Kind hätten wir jetzt mindestens eine von drei GuMoSexGelegenheiten genutzt gehabt.
Mann zur Tür bringen, Abschiedskuss, Sack ins Schlafzimmer tragen, Zentimeterweise vorsichtig in Waagerechte bringen, ablegen, absichern. Seufzend und wehmütig das Kunstwerk begutachten. Wie lieb ich sie hab. wie gemalt, wunderschön. und wie gern läge ich mich daneben… wäre sinnvoll. Heute Abend hab ich den allerersten kinderfreien „Ausgang“. Zumindest den ersten, an den ich mich erinnere. Mit Alkohol. eine Weinverkostung. Aufgeregt und schlechtes Gewissen.


6:22 Kind schläft fest. Versuch im Halbdunkel passende Klamotten zu finden scheitert. sollte die frische Wäsche nicht einfach oben drauf klatschen, sondern tagsüber einsortieren. Greife doch zum Outfit vom Vortag und Vorvortag, ist ja noch sauber. immerhin Unterwäsche und Shirt frisch. Beim anziehen To Do Liste im Kopf durchgehen. Aufm Weg zum Bad To Do Liste beim Anblick des Flurs ergänzen. Haare föhnen, dabei weiterschreiben. Mich gedanklich das 5. Mal an Deo erinnern. und einhändig Bad aufräumen. Tagesziel festlegen: mit Kleiner raus, Gemüsebrei vorkochen, Abendbrot vorkochen, selber genug essen, paar Verwandte und Freunde anrufen (Langeweile – nix zu tun…), evtl. arbeiten, vor 18:00 Uhr ausgehbereit sein, evtl. aufräumen und die frische Wäsche aus 6 Ladungen verräumen (schon als unrealistisch eingestuft).

6:36 das tief schlafende Kind kommt weinend den Flur entlang gekrabbelt. erst dacht‘ ich ich bild‘ mir das Weinen ein, resultierend aus dem dauerhaft schlechten Gewissen, wenn man sich was gönnt und sogar eine geschlossene Tür dazwischen ist (föhnen soll ja Baby nicht wecken). Adrenalinschub, als ich merke, dass es real ist. Tiefe Schuldgefühle wie sie wohl erschrocken ist, oh mein Gott ich war nicht da, sie ganz allein. Weitere Schuldgefühle wie ist sie nur vom Bett gekommen? Weitere Schuldgefühle: Mensch Mama, deswegen duschst du doch nie! Und noch dazu föhnen ohne sie im Blick zu haben! (ehrlich gesagt dachte ich unrealistischerweise ich bin mit Föhnen und Anziehen fertig, bevor Papa geht). Mit zittrigen Knien und Händen Kind untersuchen, nichts zu sehen. Gott und Papa danken, auch für die Klappmatratze vor dem Bett. Oder hat sie sich an „Popo zuerst“ erinnert und ist vorbildlich abgestiegen? Ich füge das üben „Popo zuerst“ dem Tagesziel hinzu.

Kind trösten, stillen, weiterschreiben, versuchen meine Panik und Schuldgefühle zu überwinden. Sie wird wieder schwer, aber klammert mit aller Macht an der Brust. Ich öffne Tür, damit sie nicht im Dampf schwitzt. Ich friere, das Rückentape ist noch nass. Aber hey! Haare fast trocken. ich nehme das Ipad als Spiegel und Fotoaparat (währenddessen Kind auf Schoss und Arm an Brust balancieren…) Ich korrigiere: ich wollte das Ipad als Spiegel nehmen. Mangels Speicherplatz lässt mich Apple kein Foto machen. Stimmt, kam gestern schon ein paar mal, da hab ich Mails und Musik gelöscht. Nur keine Babybilder und -videos löschen!


6:45 ihr Kopf wird langsam echt schwer aufm Arm. es zieht an den Nieren. Plan: Kind in Wohnzimmer tragen und UNTEN auf Klappmatratze legen. schnell oben anziehen, evtl. Tape noch trockenföhnen, Frühstück für uns zwei richten. Nur richten, gefrühstückt wird wenn sie aufwacht. Bis dahin aufräumen. Na, mal schauen.


6:47 ich erhebe mich mit ihr.


6:52. echt? hat sie sich jetzt 5 min an mir festgeklammert? ich wärme meinen ausgekühlten Rücken per Föhn. Entdecke weitere frische Wäsche auf der Heizung, ich trockne immer nach. Angezogen und fertig 6:54. Halt! DEO! Wuuhuuu, ich hab’s getan, ich hab ans Deo gedacht!


6:58 Bad aufgeräumt. Licht im Flur registriert, mir gedankt, dass ich’s angelassen hatte, so konnte die kleine mich vorhin finden. Kontrollblick zum Kind. Ich bilde mir Geräusche ein. Bad putzen und saugen als to do Punkt notiert. gedanklich dem Papa zugeordnet, wird eh nix bei mir.


6:59 Luxus, Ohren putzen. Ahhhh…2 reichen. Scheine in letzter Zeit dazu gekommen zu sein, kann mich nicht erinnern.


7:00 Ich denke daran, wie schön jetzt ein Arbeitstag wäre und schließe die Badtüre.

checke das Schlafzimmer, keine Blutspuren. Gut. Erleichtert. Räume kurz auf, entdunkeln. Beschließe macht keinen Sinn weiter aufzuräumen, trage einige Sachen ins Wozi, Tür zu. Kaffeeautomat an. überlege was ich vergessen habe.
Auf dem weg zurück Kizi aufräumen und entdunkeln. Geht schnell, da ist selten jemand. Kind möchte immer da sein, wo Mama ist… Im Schlafzimmer Fenster auf, das hatte ich vergessen. Entdecke Creme, Luxus Hände eincremen. Kaffeeautomat inzwischen fertig. Wasser nachfüllen, an. Kind schläft immer noch, toll. Wohnzimmer entdunkeln. Oh, doch lieber nicht, Kind rührt sich.


Im zweiten Anlauf ans Brot gedacht, im dritten Anlauf an Kaffeetasse aus Wozi. Spitze. Ermahne mich Geschirrspüler nicht auszuräumen, das geht mit Kind. Lieber Brot schneiden. Es ist 7:13. eine Liebes SMS von Papa. Schööööön. Online Spiel nebenbei starten. Registriere 10 Prozent Akku, an flexible Ladestation stecken.


7:20 Schnitten fertig, Zeug in Kühlschrank räumen. Aus Erfahrung weiß ich, dass Stunden vergehen können, bis es im Kühlschrank ist. Daher gleich schmieren und wegräumen. Mienen in Coc einsammeln, wuhuuu ich habe gezockt. Kaffee derweil durchgelaufen. Gurke aufschneiden, registriere Papa hat Müll weggebracht. Naja, sicher auf Terrasse. Aber es ist Platz. Denke, muss ihn loben. Auch für Spüli anmachen. Schreibe ihm danke.


7:26 Babies Frühstück fertig. Haferschleim, mal wieder. Gegen das schlechte Gewissen mit Banane und Zimt gewürzt. Beschließe noch Birne und Gurke aufzuschneiden. Sogar Himbeeren sind da, ein Festmahl. Erinnere mich an zwei Lätzchen, gestern landete Himbeersaft auf Ärmeln und Latz, durchs Lätzchen hindurch. Ich beiße heimlich von Schnitte ab und drücke dabei auf dem Onlinespiel auf zweitem Tablet herum.


7:31 Birne fertig, dabei auf ihre Fluortabletten gestoßen. Ach nee, Vitamin D. Gegen Rachitis. Wegen wenig Sonnenlicht. Kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal gegeben. Soll täglich sein. Richte es für nachher. und beschließe es (zum x-ten Mal) die als Morgenritual einzuführen. Biss von Schnitte. Onlinespiel Tablet 2 beendet. Wuuuhuu, ich habe gezockt.


7:33 Werde unruhig. Sie schläft noch. Hat sie sich was getan? Gehirnerschütterung etwa? Papa antwortet, freeeeu. Kind seufzt. Schläft weiter. Ich richte das Gemüse her für später. Ich bin jetzt 3 Stunden wach. 3?!?

7:40 Text Papa und Schwiegermama schicken, schon bissl stolz. Hoffe sie können bissl schmunzeln. Jetzt aber das Gemüse! Doch noch n bissen Schnitte dazwischen und n Schluck Kaffee! Zucchini waschen, vorher hayday Onlinespiel starten. Beim Hände abtrocknen Boot beladen, Mist, Karottensaft fehlt, im Global anfordern.

7:44. Zucchini schneiden? Ja. Schluck Kaffee. Hole nach 2. Zucchini eine schnitte aus dem Wozi, beiße ab. Leg sie ins feuchte. Mist. Ach egal, bilde mir Geräusche ein. Zehnter Kontrollblick ins Wozi, schläft immer noch. Wieder ein Geräusch. Ich eile hinüber, sie hat den Kopf gedreht. Ich stehe eine Minute warte, sie soll mich sehen, wenn sie aufwacht. Mama ist immer da! Hmmm, nix. Trinke vorsichtig einen Schluck Tee von gestern. Schmeckt. Entdunkle über dem Sofa. Entdecke einen weiteren Wäschestapel. Kontrollblick aufs Kind, trage Wäsche hinter. Ah, Fenster schließen. Lege Stapel an einer noch freien Stelle ab. Später. (vielleicht). zurück zu den Zuccini. Oh, Schwiegermama schreibt. Kind rührt sich. Weiter mit Zucchini, dabei aufgeweichte Schnitte einwerfen und Kaffeeschluck. Starte nebenbei Empire z. Freu mich, lvl 6. Holz ist noch da von vorhin. Schnell drauf. Wasserkocher läuft, möchte doch n frischen Tee. Und die Zucchini brauchen Wasser.

7:58. Wie bitte? Ich bin vor einer Stunde aus dem Bad gekommen?

8:01 Setze Zucchini an. Fast. Deckel? Hmmm…, macht Krach… Später. Hätt‘ ich früher nie gedacht, dass ich das Mittag vorbereite, bevor ich mit dem Abendbrot (äh Frühstück) fertig bin. Zucchini ohne Salz soll als Breigrundlage dienen.


Dann jetzt die Möhren. Bio. Für’s Kind das beste. Topf? Großer. Ein Kilo. Ebenso wie die Zucchini. 6 Riesendinger. Seufze leise, früher hab ich bei „Riesending“ an anderes gedacht…


Papa schreibt: Müll is nich auf der Terasse ?
Versteckt…?
Hihi. Ich lache. Ach, wie lieb ich ihn.


Suche und finde Püriermixset ganz wo anders. Wenn Männer aufräumen! Ärger mich. Und erinnere mich daran, dass ich ihn liebe. Merke, dass der neue Ort gar nicht unclever ist. Geht viel schneller ran zukommen. Beschließe, das bleibt der Aufräumort. Guter Papa. Erinnere mich an Gang auf WC, geht ohne Kind schließlich besser. Mist, höre die Nachbarskinder im Flur. Rums! Tür zu, ob sie aufwacht? Nein, sie schläft weiter. Obwohl ich auf WC bin (und schreibe). komisch. Sonst wacht sie immer auf, wenn ich uff Klo bin. Ich gönn‘ mir ’ne längere Sitzung. Luxus. Mist, geht nix. Ohne Gebrabbel und Kletterversuche an meinen Beinen scheine ich nicht mehr zu entspannen. Na dann halt nicht.

8:10 Erschrecke beim Blick in Spiegel. Frisch gewaschene Haare stehen zu Berge. Anflug von Eitelkeit, vielleicht frisieren? Nee, Haarklammern tun’s auch. Sieht aus wie Hörnchen. Stecke um. Jetzt sieht man nix mehr von frisch gewaschen, dafür auch nicht den überlangen Pony. Notiere: Pony nachschneiden lassen auf Gedanken to do Liste für morgen.

8:14. 4 Minuten für Haare? Herrgott! Schnappe unterwegs die dritte Schnitte und lass dritten Kaffee raus. Wer sagt’s denn, gleich mit Frühstück fertig. Schalte die Maschine aus und verbiete mir jeden weiteren Kaffee. Sehe den Wasserkocher. Ach ja, Tee. Gieße Tee auf. Falte die leere Teepackung. Fordere nebenbei im Global nochmal Möhrensaft für das hayday Boot an. Lese Nachricht von Schwiegermama und lache. Und nu ran an die Möhren.

8:19 Während ich Möhren schäle starte ich ein Spiel. Ablenken von den Schmerzen im unteren Rücken. Ressourcen hin und her schicken, Kacheln suchen. Jede Ladedauer (und es lädt lang) eine Möhre. ich beschließe ein „huhu“ in die runde zu schreiben. Ich schreibe „huhu, auch schon seit 4:45 wach?“ In dem Moment höre ich wie sie aufwacht. Ich schreibe noch schnell Kind wach und stürze ins Wozi.


8:33 Sie ist wach. Ich schaffe es hinter ihr zu stehen, bevor sie sich umdreht, sie freut sich. Ich nehm‘ sie hoch und drücke sie, Küsschen. Strahlt. leg mich mit ihr hin. Stille. Bewundere sie und genieße den Moment. Liegen ist toll. Mein Kind ist toll. Während sie trinkt, spielt sie am Verlobungsring und wackelt mit den Beinen. Multitasking. Von mir hat sie das nicht. Ich werde müde. Als ich mich strecke, zieht sie mich energisch ran. Ich lache. Sie lacht. Wir lachen und machen Quatsch. Ich leg mich auf den Rücken wie ein gefällter Baum. Sie hüpft kniend, erzählt mir viel. Ich erzähl ihr wie lieb ich sie hab. Sie ganz ernsthaft auch irgendwas. Ich hoff mal es war dasselbe. Dann stürzt sie sich auf die Brust und mich. Turnen, trinken, turnen, quatschen, trinken. Irgendwann dreht sie mir ihren Stinkepopo zu und wandert Richtung Spielzeug. Ich schmunzle und schau ihr zu. Quäle mich hoch. Fange an ihr Spielzeug wegzuräumen, denn nur so macht es ihr richtig Spaß wieder auszuräumen. Finde zwei Socken, ein paar Schuhe und Socken, die Papa gestern gesucht hat. Ich baue zwei Türme auf. Einen an jeder Ecke, hin und her krabbeln wir, sie reißt ein, ich bau‘ auf. Herrlich, wie sie lacht. Irgendwann kommt sie auf mich zu. Na dann…

8:52 Start in den Tag. Plan: Kind waschen und anziehen. Auf dem Weg Wohnzimmer entdunkeln, Wasser holen, ich trage sie in Küche und schalte das Spiel ab. Akku leer. Ipad erinnert mich an Backup. seit 57 Wochen. Ich decke die Zucchini und Möhren ab. Deckel suche ich mit ihr auf Arm, kniend. Zucchini an. Kind gähnt. Ipad an feste Ladestation, flexible ist alle. Während ich schreibe erzählt und turnt sie auf mir. Aber auch einhändig schreibe ich schnell.


9:06 Wir sitzen am Frühstückstisch. Ipad abgekabelt. Sitzen! Aaaahhh.. Sie mampft schon mal Himbeere und Birne. mit zwei Lätzchen. Während sie einen Löffel Haferbrei kaut, schreibe ich. Und bewundere ihre Balanceakte mit Birne und co. Bevor wir saßen, habe ich sie gewickelt (ja, das Geblubber war was) in stoff, wegen Mülls paren, Umwelt usw. Zugleich fällt mein Blick auf die Wegwerfunterlage. Ich lache. Aber es ist seltsam. Die ist jetzt wochenlang ohne Gebrauchsspuren, während ich davor innerhalb eines Tages drei Stoffunterlagen gewechselt hab. Murphys law.

Daneben noch Zucchini runterdrehen, Kaffeetasse suchen, Bücherkiste ausräumen auf heutige to do Liste setzen. (unrealistisch). Schlafzeug hab ich ausgezogen, gefrühstückt wird noch im alten Body. Waschen auf später verschoben. Frisch angezogene Kinder setzen nur Anfänger an den Frühstückstisch. Während die Birnenscheibe rosa mit Himbeere eingefärbt wird, schneide ich mir noch ’ne Brotscheibe. Ach ja, das Lätzchen ist auch rosa. Meine totale Lieblingsfarbe… kommt mir nicht ins Haus… so war der Vorsatz. Naja. zum schmutzig machen und essen geht’s. Und denk belustigt an das rosa Kleid, dass ich ihr vorgestern angezogen hab. Daran ist aber die Schwiegermama schuld, die hat’s gekauft.


9:14 Ich rette die Himbeermatsche vorm Absturz. Sie kostet, grinst und schüttelt sich, ich lache. Sie lacht. Wir lachen uns an und ich sag ihr wie lieb ich sie hab. Sie lacht noch mehr. Stark abgelenkt akzeptiert sie Haferbreilöffelchen und macht komische Geräusche beim weiteren zerpatschen des Himbeermuses. Hochernst wird die Birne verzehrt. Ich rette sie vorm Sturzflug. Während ich nen Löffel einschiebe, stürzt sie doch. Nur auf den Sitz. Naja. da liegt auch schon die Himbeere. Währned ich die Himbeere aufklaube stürzt mein Kleines die Birne ganz hinunter. Unser lustigstes Spiel zur Zeit. Beim aufheben fällt mein Blick auf die Reifen auf der Terrasse, ich füge Termin ausmachen beim Automenschen zur to do Liste hinzu. Birne fliegt erneut. Sie freut sich. Haferbrei rein, ich leg noch ’ne Himbeere und ’ne Gurke hin. Schön bunt. Und freu mich wie stolz sie guckt. Meine Schnitte ist fertig.

Es ist 9:21. Sie schiebt sich mit den Füßen vom Tisch weg, ihr Sitz hat Rollen. Toll was sie schon alles kann. Ich zieh sie wieder ran und hoff‘ dass alle Himbeersäfte oben bleiben. Während Füttern, essen, kommunizieren, schreibe ich. Haferbrei verweigert sie zunehmend. Selber essen macht mehr Spaß. Mist. Doch wenn Birne und Gurke unten liegen ist meine Chance. Jetzt drückt sie. Bei Stoffwindel. Mist. Ipad 3 Prozent. Na, Brei is eh bald alle. Muss nach den Zucchini schauen. Zu weich. Toll. Vielleicht mach ich doch alle zu Babybrei. Meine Mutter schreibt und wünscht guten Morgen.

9:37 Ich esse den restlichen kalten Haferbrei und klaube alle Essensreste vom Boden. Schnappe mir das Kind. ab ins Bad.

9:41. 5 Stunden wach. das Kind hat einen rosa Ärmel von den Himbeeren. Trotz Lätzchen. Ich setz sie im Bad vor die Krachmachmaschine. Inzwischen liebe ich den Klang. Er sagt sie ist beschäftigt. Beim Tisch abräumen entdecke ich die aufgelöste Tablette. Ich versuch sie ihr unterzujubeln. Sie schaut mich vorwurfsvoll an und nimmt in vier Versuchen die Hälfte. Da sie schön spielt, räum ich noch bissl Küche und setz mich ans Ipad. Sie kommt sofort.


9:51 Es kaut am Ipadkabel, das darf es nicht. Aber sie erzählt so toll (und laut). Süß. Dann zieht sie sich hoch. Trinkzeit… perfekt, stillen und schreiben. Sie trinkt im stehen. Ich entdecke Himbeere an ihrem Rücken. Wie an ihrem Stühlchen. Sie zerrt meine Brustwarze hin und her und arbeitet schwer atmend. Als sie beim herumturnen zieht, docke ich ab. Keine Chance, sie dockt wieder an und dreht nun noch den Kopf dabei bis sie einen Spielwürfel entdeckt. Dann ist Brust uninteressant. Aber Mama wird festgehalten. Ich suche die Socke, die sie irgendwo ausgezogen hat und plane den Gang zum Wickeltisch. Bald, ganz bald. Noch bisschen sitzen. Ich hab Hunger. Sie erzählt dem Würfel wie toll er ist und bewundert die Waschanleitung dabei und fällt einmal nach hinten um, Würfel fest in den Händen. Ich tröste ein bisschen, nicht zu viel, soll ja kein Jammerkind werden. Ich bin uns immer noch dankbar, dass wir das Wozi mit einer Doppelklappmatratze ausgelegt haben. Seitdem lebe ich entspannter. Ich hab Durst und schreite zum Tee. Bisher hab ich in 5 Stunden echt nur drei Tassen Kaffee und zwei Schluck Tee getrunken, erschrecke ich. Schon mal praktisch, wenn man aufschreibt, was man so macht.

10:05 Noch bisschen gespielt. Muss mich beeilen, sie ist schon fast zwei Stunden wach. Nach drei Stunden ist Schicht im Schacht. Also mal waschen gehen und anziehen. Es ist inzwischen 10:15

10:42 Das Kind ist gewaschen, frisch gewickelt wieder in Stoff, eingerieben. Während sie Zähne putzt (immerhin vor dem Mittag) und ich auch, schreibe ich. Waschen war wieder witzig, weil sie so kitzelig ist. Und wie herrlich sie mit der Socke gurrt und mich anlacht. Nur anziehen ist immer eine Qual. Im Zimmer hat sie schön gespielt und die Aufkleber an den Möbeln bewundert. So konnte ich Windelmüll wegbringen, Terrassentür vom lüften schließen und Wäsche wegräumen. Diese dreisekündigen Abwesenheiten werden bei Rückkehr heftig gefeiert, mit jubelnd auf mich zu krabbeln und hochziehen. Ich weiß wieder warum ich sie so viel herumtrage. Wir gehen ins Bad. Beim Body auswaschen wird Himbeere blau.


Kollegin schreibt und fragt ob wir schon wach sind. ich schreibe ja seit 4:45. Sie ist entsetzt. Ich fange an an den Fingern abzuzählen ob es wirklich schon 6 Stunden sind. Ich traue meinen Rechenkünsten nicht mehr.


Kind merkt,dass ich dem Bad entflohen bin und krabbelt hinterher. Aber nach jubelndem Empfang direkter Weg zum Spielzeug. Toll. Zumindest für 10 Sek. Dann reißt sie an meiner Zahnbürste. Kollegin schreibt sie will noch was schaffen. Ich beneide sie. Kollegin schreibt, sie beneidet mich. Witzig.


Ich nutze die Zeit und geh mit ihr aufs Klo. während ich sitze und entspanne, setz ich sie uffs Töpfchen, gebe ihr Lesestoff, klaube Wäsche in den Wäschekorb und kontrolliere den Füllstand des Wäschekorbes, helfe ihr vom Töpfchen hoch, helfe ihr an das Spielzeug auf dem Badeunterschrank zu kommen und lese eine Seite Handbuch für Kinder U3. Dann schleiche ich mich vom spielenden Kind weg ins Wozi… sie kommt sofort hinterher. So viel zum spielen. Zeit zum stillen und schreiben. Sie schnarcht bissl. Schläft vielleicht gleich ein. Es ist 11:06. Während ich auf ihre Tiefschlafphase warte, checke ich Mails und überlege was ich als nächstes tue. Entferne dich nie vom Kind im Halbschlaf, warte immer ab bis alles schlaff ist. Ich habe Hunger und Durst. Eigentlich wollte ich arbeiten, wenn sie schläft. Sie ist zu zeitig dran. Einen weiteren Punkt der to do Liste hinzugefügt.

11:14 Ich schleiche mich weg…und zocke ganze 6 min ein Spiel. Kniend, weil ich eigentlich aufstehen will und ein schlechtes Gewissen habe. Aber Spaß machts.


11:21 Ich stehe auf und… bin planlos. Erstmals was trinken. Schreibe Einkaufszettel. SMS. Esse alten Zwieback. Stelle fest es regnet. Anruf Autohaus wegen Reifen. Dabei schreiben und zocken. Kind schläft selig, toll.

11:33 Fertig. Bauchweh. Kind wacht auf. 26 min geschlafen. Noch todmüde und kuschelig.


12:24 Ich erwache mit schmerzendem Rücken, kalten Nieren, hungrig und durstig. Offensichtlich habe ich das Kind gestillt und wir sind beide in einen Tiefschlaf gefallen. Ich packe meine Brust ein und drehe mich auf den Rücken. Ich schwanke zwischen Augen schließen und aufstehen. Wenn ich mich bewege, rührt sich das Kind.


Ich checke erst mal die Tagesziele von heute morgen: „mit Kleiner raus, Gemüsebrei vorkochen, Abendbrot vorkochen, selber genug essen, paar Verwandte und Freunde anrufen (Langeweile – nix zu tun…), evtl. arbeiten. Vor 18:00 Uhr ausgehbereit sein, evtl. aufräumen und die frische Wäsche aus 6 Ladungen verräumen (schon als unrealistisch eingestuft). Popo zuerst mit ihr üben.“ ich habe nichts davon abgeschlossen und bin seit 7 h auf den Beinen. Plus Mittagsschlaf. Der war aber wohl gar nicht so dumm, in Anbetracht des Weggehens heute Abend. aufgestanden bin ich immer noch nicht. Trotz Hunger Durst Liste… es ist 12:35.


Ich schalte auf Ipad 3 die TV App ein. 3sat erzählt irgendwas von Noten und Geld. Perfekt. mit diesem Hintergrundgeräusch kann ich aufstehen und sie schläft weiter. Zur Sicherheit kippe ich das Fenster an, Vogelgezwitscher. Geräusche von draußen helfen immer.


Gegen den Hunger esse ich einen Dickmann, elend süß, aber sofortige Energie. Und praktischerweise direkt vor mir auf dem Tisch. Auf dem Weg nach hinten stelle ich fest, dass das Badlicht seit dem letzten WC Gang brennt. Stimmt, sie spielte darin. Ich nutze die Gelegenheit und machs danach aus.


Outfit für abends her gesucht. Tropfwasser aus defekter Heizung entleert. Hoffe das Outfit macht meinen Mann an. Denk schon. Ich finde es schön, wenn er heiß auf mich ist. Und wer weiß? Wein, Kind schläft nachts…? Träumen kann man ja 🙂


12:53 Plan: Mittag kochen.


13:11 Kind erwacht, weinend. Ich war nicht daneben, hab mir noch Zeit genommen zum Hände waschen. aufm Arm wieder alles gut. Schweinegeschnetzeltes 1. Packung brutzelt, viel Kräuter. Ich überlege ob Kind wach genug ist, um auch 2. Packung zu waschen, schneiden usw.
Ich lasse Kind noch bisschen meinen Reißverschluss an der Jeans (keine Jogginghose – ne richtige Jeans!) untersuchen und schreibe. Wir gucken uns an und quatschen. Sie zieht meine Hand ran und untersucht sie. Mit rein beißen. Ich spüre 4 der 6 zähne. Sie hat Spaß und untersucht das Ipadkabel. Ab in den Mund. Ich raffe mich auf und sage Kabel nein! Regel ist Regel, am Anfang war ich aber konsequenter.


13:19 Ich erhebe uns. Sie ist noch kuschelig.


Fleisch kochen während Kind um die Beine krabbelt, ich balanciere aus, wenn sie zu stürzen droht. setz sie vor den offenen Geschirrspüler und brutzele. Und stelle ausm Augenwinkel entsetzt fest, dass sie ein Messer herauszieht und sich daran festhält. Schlechte Mutter, voll übersehen. ich sag noch halt dich fest am Spüli und stürze hin… rechtzeitig aufgefangen, bevor der Kopf andonnern kann. Puuust! Also doch lieber aufm Arm und einhändig kochen. Dazwischen an die Flaschen setzen, um die Töpfe beidhändig zu wechseln. Auch hier Sturzgefahr. Wieder rechtzeitig aufgefangen. Alles dauert ewig. Aber – alles in den Töpfen und wohl bald fertig.


13:48 Stillen, schreiben.

13:55 Sie spielend im Wozi lassen, geh ich in Küche. Keine Chance, sie folgt, ruft „Mamamamamama“. Ich bestätige nickend ja Mama ist da. Knuddle sie und stell sie ab. Den Austeilprozess hat sie im Laufgitter verbracht, abgespeist mit einer Birnenspalte.


14:04 Unsere Essen sind fertig. Reis mit Möhrenscheibchen für sie, am auskühlen. Mein Essen ist ein Festmahl, mit Fleisch und Soße sogar, toll. Zu Tisch bitte.


14:09 Ich hole das Salz. Reis und Gemüse sind ja kindgerecht gekocht.


14:15 Das Telefon vibriert. komisch, mich ruft doch nie jemand an. Nummer – mein Arbeitgeber. Personalchef. Passt es Grad? Ich sehe das Kind an – sicher im Stuhl. Ich sehe mein Essen an – egal. Ja! Bewerbungsgespräch, Terminvereinbarung, ich dreh mich um, Kalender im Ipad. Ein Tag, zwei Uhrzeiten. 8:30 oder 9:15? Ich sehe gedanklich den Morgenablauf vor mir… und weiß, dass beide Zeiten zu früh sind. Egal, wenigstens 9:15. Ort, ok. Schwiegermama gleich angefragt wegen Babysitten.

Ich dreh mich um – Schüssel des Kindes steht außer Reichweite, aber der Inhalt ist zur Hälfte vor ihr ausgebreitet. Wie hat sie das gemacht? Ich hab nichts mitgekriegt. Da greift sie erneut zur Schüssel „außer Reichweite“. Fantastisch, wie beweglich sie ist. Nur schmeckt ihr die Birne besser als Reis und Möhren. Die werden eher verteilt und zermatscht. Und der löffel ist ein tolles Spielzeug. Sie erzählt: dadada und macht lustige Geräusche, wir haben Spaß.


14:22 Ich hole Nachschlag. Ein Teller war haps weg. Ich verhungere. Sie spielt nur noch mit dem Essen. Wir machen Quatsch. Sie amüsiert sich königlich als ich mich nach den Resten bücke. Die Birne fliegt, ich kommentiere „baaatsch“. Sie kriegt nen Lachanfall. Ich schnappe sie mir, versuche stehend alles Essen abzuklauben, verfluche mich ihr wieder Reis gegeben zu haben. Waschen, Oberteil ausziehen. Kritischer Blick in Spiegel: Frisur komplett aufgelöst. Neu machen, irgendwie. Wirklich morgen Pony nachschneiden lassen. Erst klammert sie sich engst möglich an meine Beine, irgendwann ist das Spielzeug interessanter. Ich beobachte ein bisschen.


14:47 Ich schleiche mich ausm Bad. Ans Ipad. Herz an Mann schicken.

Sie sucht mich. Findet mich. Große Freude. Bei beiden Seiten. Stillen und schreiben. Sie steht dabei und geht immer wieder mal in die Knie. Tut nur n bisschen weh. Irgendwann erklettert sie mich. Und nutzt meine Ablenkung Ipad aus, sie schnappt sich mein Telefon und nimmts in den Mund. Ich legs weg, sie hinterher. Das spiel geht ne Weile, bis ich sie mit Muttermilch ersäufe – stillend in wiegeposition. ungünstig, da spüre ich die zähne. und sie popelt an einem Leberfleck herum. Ich revanchiere mich und zieh ihr einen Popel aus der Nase. Popelentfernung kommt bei Kindesmisshandlung an Nr. 2, gleich nach Mama geht aus dem Raum.


15:19 Frisch gewickelt und umgezogen. Die Stoffwindel hat durchgenässt. Ausziehen geht ja immer noch, Kind glücklich. Ich angle einen Body aus der Schublade ohne den Sicherheitsverschluss zu öffnen. Ikea hat da n tolles Loch gelassen. Kind protestiert tiefgreifend und herzerweichend beim überziehen. Kindesmisshandlung Nr. 3. zum Strumpfhose anziehen nehme ich sie auf den Schoß, das geht leichter und ist nicht so furchtbar. Ich setze sie ab und sie zieht schnurstracks zu den Schubladen. Klamotten rausziehen macht Spaß. Ich überlege ob ichs verbiete. Entscheide mich für Ablenkung nach Nr. 2 und stopfs einfach zurück.


Gang uffs WC. Kind hat Spielzeug. Problem – eine Premiere. sie öffnet die Tür des Badeunterschrankes. Alarmglocken schrillen. Fingerquetschgefahr. Rasend suche ich nach einer Strategie. Verbieten machts grad interessant. Ausräumen auch interessant. Also nehme ich sanft alles spannende wieder weg und lass die Tür einfach auf. Erstaunlich geschickt balanciert sie mit den offenen schwankenden Türen. Ich mach mir eine Memo ins Hirn Kind nicht mehr allein im Klo lassen. Seufze.


Noch einmal stillen. Sie döst fast weg. Ich auch. Bin schon wieder hungrig durstig müde. Aber ich hab nen Plan… raus an die frische Luft!


15:26 Das Kind nuffelt an der Brust. Es will eindösen. Ich schwanke zwischen aber der Plan! Und hmm, Zeit für anderes. Ich lege mich mit runter und lasse sie eindösen. Hayday sagt mir hat jmd bei den Booten geholfen. Ach ja, der Möhrensaft. Ich bedanke mich bei der anderen Jungmama und helfe ihr. Insel der Nachbarschaftshilfe, zumindest virtuell.

Schwiegermama schreibt, Babysitter zum Bewerbungsgespräch Sieht gut aus. Toll. Eine Sorge weniger. Schwiegermama und Freundin schreiben. Ich sehe dass mein Bruder 11:14 meine Nachricht gelesen hat. So zeitig? Na, seine Freundin hat ja auch gesagt sie haben ja so viel zu tun, da muss man wohl schon ma eher aufstehen. Zum antworten reicht die Zeit ihm dennoch nicht.


15:35 Ich quäle mich hoch, Kind Tiefschlaf. Beschließe, dass noch ein Kaffee plus Kuchen durch Koffein und Zucker Energie verleihen müssen.


15:43 Ich schalte die Kaffeemaschine aus und würge das Stück Kuchen hinunter, im stehen. Noch n Schluck Kaffee dazu und räume weiter den Tatort Esstisch auf. Die Reiskörner auf dem Boden sind nun getrocknet genug zum Aufkehren. Ursula hat recht gehabt, einfach liegen lassen, geht leichter. Ich würde mich unheimlich gern hinsetzen. Einfach sitzen und den Vögeln lauschen. Ich konzentriere mich auf die Vögel und mache weiter. Schlachtfeld Küche.


16:04 Kind wacht auf. 29 min geschlafen Wie kurz 29 min sind, merkt man erst, wenn man ein Kind hat. Das Schlachtfeld sieht nicht viel anders aus. dabei mag ich Küchenarbeit. Man sieht am Ende, dass etwas gemacht wurde. Also wenn man das vorher zum nachher kennt. Aber 29 min sind zu kurz für echte Schlachtfelder. Immerhin saß ich nicht faul herum.


Spielen spielen spielen, auf und mit Mama. Mama hält sich zurück, als sich die Kleine verkeilt. Spreche ihr Mut zu, das schaffst du, und sie schafft es. Großes Lob, Jubel. Anruf von Untermieter. Nachricht von Freundin. das gefällt Kind nicht. Wenn ich noch raus möchte mit ihr, muss ich jetzt. Furchtbar, wo ist der Tag nur hin?

16:42 Stillen und quatschen.Ich bin jetzt 12 Stunden auf den Beinen, abzüglich Mittagsschlaf und Still/Esspausen. Ich merke die Erschöpfung. Wir räumen den Spüli aus und Mäuschen untersucht die Töpfe. Sie wirkt müde, vielleicht doch nochma raus?


Ich entscheide mich für Küche… bis 18 Uhr fertig sein sonst nicht zu schaffen. Babybrei machen und einfrieren im Wechsel mit Kind balancieren und bespielen. Zuletzt n Toilettengang. Mäuschen räumt Unterschrank aus. Ich hab keine Kraft zum Ablenken oder nein sagen. Sie stößt sich und hat aua, will hoch, während ich auf der Schüssel sitze. In dem Moment kommt Papa. Klasse, die Rettung. Und zugleich hoch peinlich. Nur gut, dass man sich liebt XD Papa will gleich los, ich bremse ein, erstmals Brei und Abendbrot… nebenbei schminke ich mich sogar mal.


18:15 Abendbrot, Papa füttert zuerst, dann isst er und ich füttere. Nochmal stillen, Kind vom Einschlafen abhalten, sie soll frühstens im Auto pennen. Noch letzten Brei pürieren, also diesmal der Papa. Delegieren hilft.

18:40 Mama zieht sich um. Kind neu wickeln, falls sie echt einschläft. Vielleicht hat Papa ja Glück und sein Babysitten beschränkt sich auf ein schlafendes Kind.


18:58 Wir sitzen im Auto. Baby schaut mich verwundert an, was ich ihr gegenüber, auf dem Rücksitz mache. Sie schläft sehr schnell ein. Noch letzte Hinweise an den Papa, und dann sind wir nur 15 min zu spät, mit Kind echt spitze.


Den Rest des Abends war ich ein paar Stunden tatsächlich nicht Mama (na gut, nur zu 30, 40 Prozent…), sondern Frau, Kollegin, Freundin. Auch mal ein tolles Gefühl. Fast wie früher. Nur dass eben doch ein Teil des Kopfes immer bei dem kleinen Wesen ist, dass dich braucht, liebt, … Nach reichlich Wein und noch mehr Essen hat mich das Kind mit Papa nach 4 Stunden Freigang wieder zurückgeholt in das „Gefängnis“ dieser Liebe – und ich bin voll Freude mitgegangen, trotz aller Entbehrungen.

Fazit:
1) Ich werde keine Bloggerin, das ist mir zu viel Zeit, die ich nicht habe. 
2) Ich muss etwas ändern. Der Alltag so wie er läuft, wird nicht gut gehen. Mein Körper wird streiken (Zwischenstand: bin dran.)
3) Ich liebe mein Leben, meine Familie und mir gehts saugut. Und das ist das Wichtigste.

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