In ein paar Tagen wird das Krümelmonster zwei und das bringt so manche Veränderung mit sich. Nicht sofort, aber allmählich. Manche ganz langsam und schleichend, manche offensichtlich, weil sie am Anfang Hilfe benötigt und einiges geschieht so abrupt, dass wir nur noch staunen können. Jeden Tag aufs neue wundern wir uns darüber, was für ein großes Mädchen da plötzlich mit am Tisch sitzt, was einerseits sehr schön, andererseits auch manchmal etwas erschreckend ist. Aber fangen wir von Anfang an an:

Seit einem Jahr setzen wir das Krümelmonster immer mal auf den Topf. Manchmal klappte es, dann brachen wir in Begeisterungsstürme aus. Oft jedoch passierte nichts, was ja überhaupt nicht schlimm ist. Vor ein paar Tagen jedoch kam sie zu mir und sagte „Mama Pipi“. Ich fragte sie, ob sie aufs Töpfchen möchte und sie bejahte nur. Ich zog sie also aus und setzte sie drauf und zack, es funktionierte! Das wiederholte sich dann immer wieder. Eines Tages wurde das Pipi dann ersetzt. Seitdem ist das erste, das sie zu Hause tut, sich auszuziehen und ihr Töpfchen ins Wohnzimmer zu stellen. Im Bad fühlt sie sich nämlich nicht wohl, da es sehr beengt ist. Jetzt geht sie zu Hause nur noch aufs Töpfchen und rennt einfach so durch die Gegend, wie sie einst auf die Welt kam. Nachts hat sie zwar eine Windel an, allerdings muss das Töpfchen immer neben dem Bett stehen, damit sie bei Bedarf dann darauf gehen kann. Sie kommt dann zu mir rüber, sagt mir bescheid und ich mach sie bzw ihren Thron sauber. Und es klappt! Nur in der Kita noch nicht, an diese Umgebung gewöhnt sie sich dann eben wenn sie soweit ist, wir drängen sie nicht.

Apropos Bett: seit etwa zwei Monaten sind das Bettgitter geöffnet. Manchmal nutzt sie das natürlich aus, kommt immer wieder aus ihrem Zimmer und will spielen. Doch meistens schnappt sie sich einfach ein Büchlein, kuschelt sich ins Bettchen und „liest“ ihrer Feli (einer Plüschkatze von IKEA) und ihrer Püppi Krümel etwas vor. Wir haben diese Woche ein neues Buch mit Kurzgeschichten besorgt, da wir alle anderen schon mehrfach durchgeblättert haben und lese ihr nun jeden Abend etwas daraus vor. Und wir alle genießen diese ruhigen Minuten am Abend. Vor allem das Papa sich immer die Zeit nimmt um die Kleene ins Bett zu bringen. Oft ist er abends ja nicht da, deshalb sind diese Momente umso kostbarer.

Sie steckt übrigens gerade mitten in der Trotzphase. So richtig mit auf den Boden werfen und rum heulen, weil es nicht nach ihrem Willen geht. Oder mit Sachen durch die Gegend werfen, das kann sie auch gut. Oder sie kippt mal eben aus versehen den Teller um, damit alles auf den Boden fällt.  Das Regal mit einer Handbewegung ausräumen, kann sie auch wie ein Profi. Da müssen ja leider alle Eltern mal durch, also auch wir.

Wenn sie dann oft genug auf ihrem Thron saß, alle Regale ausgeräumt hat und noch keine Schlafenszeit angebrochen ist, ist sie sehr anhänglich. Und ich mein das absolut positiv! Jedes Küsschen, jede Umarmung, jedes herzerweichende „Mamaaaaaa!“ genieße ich in vollen Zügen. Zudem will sie in jede noch so kleine Aktion aktiv eingebunden werden. Wenn Mama kocht, möchte sie umrühren oder die Milch holen etc. Wenn ich das Bad putze, möchte sie mir beim ein- und ausräumen des Badezimmers helfen. Wenn Papa sich etwas zu trinken eingießt, steht sie mit ihrem Becher daneben. Räumt er den Müll zusammen um ihn runterzubringen, sucht sie nach rumliegendem Altpapier. Die Momente in denen sie für sich alleine sein will, sind derzeit komplett auf 0 gesunken. Sie möchte immer ganz nahe bei Papa oder Mama sein, kuscheln, erzählen, spielen, kitzeln, Grimassen schneiden, basteln, malen….einfach den Moment genießen.

Im Moment passiert einfach so unglaublich viel. Bei uns, in der Kita, in ihrer Entwicklung. Das alles zu verarbeiten ist für so ein kleines Monsterchen wohl auch nicht unbedingt leicht. Es ist also kein Wunder, dass sie so an uns klebt und sogar nachts manchmal zu uns gehuscht kommt. Und wenn sie sich dann so an mich kuschelt und friedlich schläft, sehe ich mir mein kleines großes Mädchen genauer an und erkenne, wie sehr sie sich auch äußerlich verändert hat und erschrecke. Und dieses große, hübsche Mädchen, das schon so vieles kann und so wissbegierig und verschmust ist, befand sich vor zwei Jahren noch in meinem Bauch. Und nun liegt sie hier und träumt vom nächsten Tag in der Kita und der nächsten Portion Eiskrem.

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Melancholische Grüße

Eure Marika

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