Erinnert ihr euch noch an Bambi? Ok, doofe Frage. Jeder erinnert sich an das zuckersüße Rehkitz. Leider scheinen jedoch viele seinen Kumpel Klopfer vergessen zu haben, oder vielmehr das, was er uns allen ans Herz legte: Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man einfach mal den Mund halten. Denn mal ehrlich: was man derzeit so im Internet zu lesen bekommt, ist einfach nur noch traurig. Man beleidigt Leute die man gar nicht persönlich kennt, man verfolgt lediglich einen YouTube Kanal, liest  einen Blog, sieht eine Person im Fernsehen, liest etwas über sie in der Klatschpresse, schaut sich großartige Comics an….Man tut dies vielleicht nur kurz, oder über Monate hinweg und dann kommt der Moment, in dem man mit dem was der YouTuber sagt, der Blogger schreibt oder der Promi tut nicht zufrieden ist. Man findet es nicht gut, dumm, albern, scheiße, asozial etc…. Und das kann man selbstverständlich tun, eine eigene Meinung zu bilden ist ja sogar wirklich wichtig. ABER: Eine Meinung zu haben und diese zu äußern, hat nichts mit ner Beleidigung zu tun! Gar nichts!

Was mir da sofort einfällt, ist die Geschichte einer meiner liebsten Twitterinnen. Mama eines Sohnes, ehrlich, direkt, mutig, sagt ihre Meinung ohne dabei unter der Gürtellinie zu landen – ich finde sie ist ne ziemlich coole Socke. Sie twitterte viel und gerne und auch mal ein Foto von sich beim baden, in ner kurzen Hose etc. Nichts schlimmes, es waren eigentlich normale Bilder, die nichts zeigten und einfach nur ne hübsche junge Frau darstellten. Und egal was diese junge Frau nun bei Twitter postet, sie wird hart dafür angegangen. Sie sei zickig, arrogant, ihr werden wirklich sexistische Kommentare entgegen gepfeffert und damit begründet, dass sie sich ja präsentiert wie ne W****vorlage und somit nichts anderes verdient hätte. Und sowieso sei sie ja eh nur ne aufmerksamkeitsgeile Schmarotzerin. Leute, mal ernsthaft, was stimmt denn nicht mit euch dass ihr so was von euch gebt? Muss das denn wirklich sein? Es ist wirklich ein Armutszeugniss für jeden einzelnen der solche abfälligen und beleidigenden Äußerungen tätigt und dies dann auch noch unter dem Deckmantel der Meinungsäußerung gut heißt bzw damit rechtfertigt, dass sie es ja provoziert, so wie sie sich darstellt. Mir wird da ja ehrlich gesagt eher schlecht… Kein Wunder also, dass sie sich eine Pause von Twitter nimmt. Viel Kraft der coolen Socke, auf dass diese Sprüche endlich mal aufhören und die Menschen bemerken, was sie da eigentlich tun.

Und dann gab es ja noch die gerade schwangere Mutter die über den Moment schrieb, in dem sie das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes erfuhr. Sie gab ganz ehrlich zu: in jenem Moment war sie kurz enttäuscht, denn in Gedanken hatte sie sich einfach etwas anderes Vorgestellt. Eine vollkommen normale Reaktion die nichts, aber auch wirklich gar nichts über ihre Gefühle gegenüber ihrem Kind sagen. Egal wie sie in diesem Moment dachte, es war eine Momentaufnahme und nichts endgültiges. Deshalb liebt sie ihr Kind nicht weniger, deshalb muss man ihr das Kind nicht wegnehmen, deshalb ist sie keine schlechte Mutter, nicht gefühlskalt oder asozial. Ihre Vorstellung war einfach eine andere, mehr nicht. Mir ging es damals ähnlich, ich habe mir einen kleinen Jungen gewünscht, quasi einen großen starken Bruder für eventuell nachfolgende Kinder. Ich hatte mich vollkommen darauf eingestellt einen Sohn zu bekommen und auch alle anderen meinten dass sie sich ganz sicher seien, dass ich einen kleinen Jungen bekommen würde. Und dann kam der Tag des Ultraschalls und da war eben klar zu erkennen, dass ich ein weibliches Krümelmonsterchen erwartete. Ich wusste erst mal nicht wie ich darauf reagieren sollte, ich hatte mich ja so auf einen Jungen eingestellt. Doch bereits wenige Stunden später suchte ich nach einem hübschen Mädchennamen, streichelte meinen Bauch und sprach zu meinem kleinen Schmetterling. Jeder, der diesen Blog schon mal gelesen hat, weiß wie abgöttisch ich meine Tochter liebe. Sie ist das größte, tollste, schönste, beste, wunderbarste und großartigste das mir je passiert ist. Sie ist perfekt, genau so wie sie ist.

Und genau dies wird die Bloggerin auch denken, wenn sie ihr Kind im Arm halten wird. Also hört doch bitte auf sie zu beleidigen, anzugreifen, davon zu reden dass man ihr das Kind wegnehmen sollte. Vor allem das andere, große Bloggerinnen sie öffentlich an den Pranger gestellt haben, finde ich unfassbar traurig. Die ganze Sache wurde aufgebauscht, überdramatisiert, ihr Dinge in den Mund gelegt und vorgeworfen die gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Post zu tun hatten. Sie hat einfach ihre Gedanken geteilt und sogar gesagt, dass sie sich diesbezüglich nicht gut fühlte. Kann man dass dann nicht einfach so stehen lassen? Muss man sie dann so angehen und dazu noch vor so vielen Menschen? Wie würdet ihr euch denn fühlen, wenn ihr eure Gefühle teilt und dafür so verachtet und ausgegrenzt werdet? Diese Frage sollten sich einige im www stellen, bevor sie auf den „senden“ Button drücken. Denn: Hinter jedem Post steht ein Mensch mit Gefühlen, der eben nicht perfekt ist. Gönnt ihnen bitte auch ihre „Fehler“ und dass eben nicht jeder immer so reagiert, wie es andere gern hätten.

Was man auch nicht vergessen darf: wenn man öffentlich schreibt und so eine große Reichweite hat wie gewisse Damen, hat man auch eine gewisse Vorbildfunktion. Ja, auch wenn man für Erwachsene schreibt. Denn auch die gehässigen Kommentare untereinander lesen all eure Leser und deshalb sollte man, wenn man es nicht schon aus moralischen Gründen tut, auf den Ton achten. Was man da in letzter Zeit so lesen muss erinnert mich persönlich ja eher an eine Nachmittagssendung bei RTL und Konsorten, als an erwachsene Menschen die diskutieren und sich eben in einigen Dingen nicht einig sind. Nehmt es mir nicht übel, aber wieso könnt ihr sowas nicht einfach friedlich klären? Wieso muss man da retweeten, sich übereinander durch die Blume unterhalten und zwar so, dass auch wirklich jedem Leser klar ist um wen es geht? Was bringt euch so was denn? Und sollte einem nicht eigentlich auch klar sein, dass wenn man öffentlich andere anprangert eine Reaktion darauf erhält die eben nicht immer positiv ist? So geht es dann immer weiter und weiter und am Ende bleiben verletzte Gemüter zurück und keiner gewinnt. Ich denke nicht, dass jemandem damit geholfen wäre. 

Also bitte, bitte überlegt doch mal was ihr da von euch gebt, wie verletzend eure Äußerungen sein können und dass man nicht alles und jeden kritisieren muss, schon gar nicht mit Beleidigungen. Denn so offenbart man ja eigentlich nur selbst die eigene innere Häßlichkeit.

In diesem Sinne, allen einen friedlichen Abend.

Eure Gunzlinger Mum

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