Die Trennung vom Papa meiner Tochter ist nun, zumindest die offizielle Version, schon fast ein dreiviertel Jahr her. Ich bin froh dass wir kein Paar mehr sind und dennoch sitze ich abends da und denke mir: Irgendwie wäre es ja doch leichter, wenn wir noch zusammen leben würden. Er erzählt mir davon, dass er seine alte Arbeitsstelle aufgibt, um eine neue, bessere anzunehmen. Er erzählt mir davon, dass er am Wochenende nach Dresden fährt oder zu seinen Freunden. Ich dagegen werde an diesem Karfreitag trotz langjähriger Tradition nicht mit meinen Freunden grillen können. Das Geld für die Fahrkarte und die Verpflegung vor Ort ist einfach diesen Monat nicht mehr im Budget enthalten. Ich gönne ihm seinen Spaß und trotzdem ärgert es mich manchmal dass ich auf so vieles verzichten muss und er tun und lassen kann wann und wie er will.

Heute war er wieder zu Besuch. Abgemacht ist, dass er an jedem Dienstag und Donnerstag vorbei kommt und mit ihr spielt. Ab und an fährt er auch mit uns einkaufen, dafür isst er ab und an bei uns mit. Oftmals sagt er aber auch unter der Woche ab und auch wenn mich das dann ärgert, die Kleene wartet ja auf Papa, ist es doch schon sehr luxuriös dass er so oft vorbei kommt. Heute gingen wir zu dritt noch kurz ins Kaufland um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Er links, sie in der Mitte, ich rechts. Hand in Hand sahen wir wie eine glückliche Familie aus. Unterwegs trafen wir eine Nachbarin mit ihrem Mann, die beide von der Trennung wissen. Sie sprach kurz mit der Kleenen und wünschte uns dann noch einen schönen Abend.

Als wir wieder zu Hause waren und der Papa auf dem Heimweg war, ging ich noch mal nach unten um die Post zu holen. Am Briefkasten traf ich meine Nachbarin die mich auf die Situation von früher am Abend ansprach. Sie wollte wissen, ob wir denn wieder ein Paar wären. Als ich das verneinte, war sie ganz verwundert. „Oh, dass sah dann nur so aus…“ Ja, so sieht es wohl für andere aus.

Wir waren auch schon zusammen auf dem Spielplatz und Eis essen, wie eine ganz gewöhnliche Familie. Und ganz ehrlich? Ich finde das muss auch so sein, zumindest für uns. Das Krümelmonster hängt sehr an ihrem Papa und leidet darunter dass er nicht mehr bei uns wohnt. Also müssen wir uns zusammenraufen und Zeit zusammen verbringen, auch wenn ich mir etwas schöneres vorstellen kann als mit meinem Ex an meinem freien Samstag Eis essen zu gehen. Ihr zuliebe laufen wir eben auch mal zu dritt Hand in Hand durch die Gegend und spielen „Englein flieg“, oder wir gehen zusammen zum Laternenumzug, er kommt zum Kindergeburtstag. Ok, das letzte vielleicht nicht unbedingt ABER wir versuchen so einen Weg zu finden damit das Monsterchen so viel von uns beiden hat wie nur möglich.

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Ein Gedanke zu “Gemeinsam stark oder warum wir immer noch zu dritt Händchenhalten

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