1.Tag

6:00 Uhr und der Wecker klingelt, ich kuschel mich ans Krümelmonster. 20 Minuten später springt das Kind wie von der Tarantel gestochen auf und rennt ins Bad. Ihre Seite des Bettes und auch ein Teil meiner Seite ist nass, ohje. Ich höre sie weinen, renne ins Bad. Sie sitzt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Klo, eine böse Ahnung macht sich breit. Ich schmeiße ihr Bettzeug und ihre Kleidung in die Waschmaschine, schalte sie ein und mache mein Kind sauber. Wir putzen die Zähne, ich will mich etwas frisch machen, es plätschert und die Kleene weint erneut. Der nächste Unfall, ihr geht es nicht gut, sie muss definitiv zu Hause bleiben. Ich mache sie wieder sauber, ziehe ihr neue Sachen an, putze das Bad. Dick in meine Kuscheldecke eingemurmelt lege ich das Monsterchen aufs Sofa. Sie hat Hunger, ich gebe ihr einen Rest Brezel in der Hoffnung dass er drinnen bleibt.

Um kurz nach 7:00 Uhr rufe ich in der Kita an und melde sie für die nächsten Tage krank. Es ist Dienstag und der Müll muss runter, also erledige ich das schnell. Danach wird Bailey gefüttert und ihr Klo gesäubert. Sie schnurrt mir währenddessen um die Beine, freut sich wohl dass wir heute alle zu Hause sind. Danach ziehe ich auch mein Bett ab und bringe das Bettzeug ins Bad. Ich kuschel mich zu meinem Krümelmonster aufs Sofa. Kurze Zeit später rufe ich in ihrem zukünftigen Kindergarten an und werde auf später vertröstet. Also widme ich mich der erste Wäsche, hänge sie auf und schneide danach Erdbeeren für den Nachmittag. Der Kohl fürs Mittagessen muss aufgesetzt werden. Ich setze mich etwas zu meiner Mama ins Zimmer, plaudere mit ihr. Die nächste Maschine Wäsche wird angesetzt. Ich rufe noch mal im Kindergarten an und werde herbe enttäuscht…. die Planung für den Sommer muss über Bord geworfen werden. Ich höre Tapser auf dem Boden und sehe wie die Kleene zur Oma geht. Ich folge ihr und wir kuscheln uns zu dritt aufs große Bett. Bailey springt hinterher, schnurr glücklich und zufrieden.

Um 9:00 Uhr richte ich endlich das Frühstück. Nach dem Essen ist der Kohl fertig und wird zur Seite gestellt. ich räume den Tisch ab und den Geschirrspüler aus und ein. Während das Monsterchen mit der Katze kuschelt, sortiere und falte ich die saubere Wäsche. Gegen halb elf fragt das Krümelmonster nach einem Film. Wenn wir krank sind gibt es immer einen Disney Film, ist für uns quasi die beste Medizin. Sie kuschelt sich aufs Sofa, Bailey legt sich zu ihr, passt auf sie auf. Ich decke sie zu und mache Frozen an. Während sie den Film ansieht. nutze ich die Gelegenheit und fange an den riesigen Wäscheberg wegzubügeln. Während des Films steht sie auf und fängt am Esstisch an zu kneten.

Um 12:00 Uhr ist der Film vorbei und ich hab ein gutes Stück Wäsche erledigt. Wir beziehen unser Bett neu. Danach wird wieder Kuschelzeit eingefordert. Gegen 13 Uhr schläft sie ein, ich schließe auch kurz die Augen. Bevor ich wegdöse, schweifen meine Gedanken ab. Ich frag mich wie das in Zukunft laufen soll, wie es beruflich weitergeht….Kurz vor halb drei wache ich wieder auf, schleiche mich aus dem Schlafzimmer. Sie schläft weiter, ist wohl erschöpft vom Morgen. Ich hänge wieder Wäsche auf und schmeiße die letzte Maschine für diesen Tag an. Danach beseitige ich das Chaos in der Wohnung. Um halb vier schläft das Monsterchen immer noch, also kehre ich die Wohnung. Zur Belohnung gibt es Joghurt und ein paar Seiten meines Buches.

Um 16:10 Uhr schleicht sich ein völlig verschlafenes Monsterchen ins Wohnzimmer, klettert auf meinen Schoß und will kuscheln. Danach kneten wir wieder. um kurz vor halb sechs widme ich mich dem Abendessen. Ich schneide den Kohl und lasse Speck in Fett aus. Danach bereite ich die Fleischbällchen zu und beschließe das Monsterchen ein paar Löffen probieren zu lassen. Vielleicht hatte sie am Tag vorher nur etwas komisches in der Kita gegessen. Der Kohl schmort, die Bällchen braten, ich wische schnell die Wohnung. Das Essen braucht noch etwas, also spielen wir mit Oma Memory. Um kurz vor sieben essen wir endlich, während des Essens schreibt der Papa das er gleich zu Besuch kommt.

Um 19:10 Uhr kommt er dann wirklich. Wir quatschen. Er überreicht mir die Ostergeschenke seiner Eltern, während das Mosnterchen kurz bei Oma ist. Ich checke den Inhalt und verstecke die Tüte. Die Kleene geht noch mal ins Bad und zieht sich an und wir danach zu dritt einkaufen. Kurz vor halb neun fährt der Papa Heim und ich bringe die Kleene ist Bett. Es dauert fast bis 23 Uhr bevor sie endlich eingeschlafen ist. Irgendwann blogge ich noch über unseren Einkauf und wieso wir oft zu drittHändchenhalten. Ich hänge noch etwas im Internet rum, schaue mir American Horror Story weiter an, versuche Gedanken zu verdrängen. Es ist weit nach Mitternacht als ich mich an mein Monsterchen kuschel und irgendwann unruhig einschlafe.

 

Tag 2

Es ist kurz nach 8:00 Uhr morgens und es stellte sich gerade heraus, dass der Abhol-und-in-die-Kita-Bringservice nicht auftauchen wird. Ich stecke das Kind schnell in ihre Matschhose und packe die Muffins ein, die ich extra für heute gebacken habe. Wir rennen durch die Stadt und schaffen es trotzdem nicht rechtzeitig zum Frühstück in die Kita. Das Monsterchen friert an den Händen, ich habe die Handschuhe nicht gefunden. Am Ende des Tages werde ich sie in ihrem Beutel für die Wechselwäsche finden. Das Monsterchen weint und will nicht in die Kita, wie an so vielen Morgenden. Ich ziehe sie um, verabschiede sie, verspreche ihr sie auch wirklich nachher abzuholen. ich bekomme eine Umarmung und einen Kuss und sie geht zum Morgenkreis. Ich reiche ihrer Erzieherin einen leeren Ordner und meine externe Festplatte und gehe. Vor der Kita atme ich noch mal tief durch, ein paar Tränen kann ich mir aber nicht verkneifen. Ich laufe nach Hause.

Um 9:45 Uhr bin ich wieder zu Hause. Als ich aufs Handy sehen habe ich 48 neue Nachrichten, meine Schwester hat mich zu einer WA Gruppe hinzugefügt. Wir planen mit ihren Freundinnen einen gemeinsamen Urlaub. Ich beschließe früher anzureisen um mit dem Monsterchen noch Berlin anzusehen und zu erleben. Ich trinke ein Glas Milch und esse eine Banane. Nach meinem spärlichen Frühstück dusche ich, richte meiner Mama das Essen und gehe auf arbeit. Von 11 bis 14 Uhr crushe ich Eis, nehme Bestellungen auf, schenke Getränke ein, trage Essen raus, räume Tische ab, helfe in der Küche und fülle kurz vor meinem Feierabend die Vorräte auf. Als ich das Bistro verlasse treffe ich auf eine Freundin, deren Tochter auch in unserer Kita ist. Sie nimmt mich mit dem Auto mit und wir plaudern ein wenig, auch über die Zukunft.

Als ich die Kita betrete, räumt eine andere Mama gerade die Wechselkleidung ihres Sohnes ein. Das Krümelmonster tobt noch im Spielehäuschen des Bewegungsraumes und sieht mich zuerst gar nicht. Ich nehme den Ordner mit dem Portfolio, die leere Dose in der die Muffins waren und meine Festplatte entgegen. Ich packe die Dinge und ihre Wechselsachen in eine Tasche und rufe nach ihr. Sie rennt auf mich zu, quiekt und fällt mir lachend um den Hals. Ich helfe ihr beim umziehen während die andere Mama Abschiedsgeschenke für die Erzieherinnen verteilt. Das Krümelmonster verabschiedet sich von allen, auch von ihren Freunden und wir gehen nach draußen. Ich kann meine Tränen kaum zurückhalten, so viele Erinnerungen hängen an dieser Kita. Zu wissen, dass sie nie wieder hier her gehen wird, tut schon ein bisschen weh.

Da die Sonne scheint und ich uns beide ein bisschen aufmuntern will, beschließe ich mit dem Krümelmonster ein Eis kaufen zu gehen. Auf halber Strecke begegnen wir K. der Mama von des Krümelmonsters bestem Freund. Wir plaudern fast eine halbe Stunde, umarmen uns zum Abschied und gehen irgendwie traurig auseinander. Aber: Am nächsten Tag werden wir alle noch mal sehen, einer von den Freunden der Kleenen feiert morgen seinen Geburtstag nach. Wir spazieren weiter in Richtung Stadt und unterhalten uns über den Tag und über das kommende Wochenende. Als erstes schauen wir noch in meinen Lieblingsladen und suchen nach einem Bowle Set, weil meine Mama sich eines wünscht. Danach geht es endlich zur Eisdiele, wo wir uns einmal Schoko-Nuss und einmal Pistazie und Raffaello Eis aussuchen. Wir setzen uns auf eine Bank und das Krümelmonster kuschelt sich an mich, während wir unser Eis futtern. Nach dem Eis kaufen wir noch schnell Katzenfutter ein und laufen dann im plötzlich aufgekommenen Regen nach Hause.

Gegen 16:30 Uhr sind wir endlich zu Hause und werden von einer schnurrenden Katze empfangen. Ich füttere sie während das Monsterchen erstmal im Bad verschwindet. Danach fordert sie ihre Medienzeit ein. Ich kuschel mich mit ihr aufs Sofa, während sie mal wieder in Baymax reinschaut. Um 17 Uhr richte ich uns ein Sandwich und wir futtern zusammen auf dem Sofa sitzend. Nach dem Essen schauen wir uns ihr Portfolio an und es ist unfassbar wie sehr sie sich verändert hat. Anschließend malen wir noch etwas in ihrem Malbuch, bevor wir um kurz nach 18 Uhr ihren Koffer packen. Sie hat keine gute Laune und sagt immer wieder, dass sie zu Hause bleiben will. Das tut weh und ist gleichzeitig sehr schön. Doch ich weiß, sobald sie Papa sehen wird, wird sie isch freuen. Sie verabschiedet sich von ihrer Oma und wir gehen um kurz vor 19 Uhr nach unten. Wir müssen noch fast eine Viertelstunde warten, bevor der Papa kommt. Wir nutzen die Zeit um noch einmal zu kuscheln und ich erkläre ihr noch einmal dass sie am Dienstag nicht wie gewohnt in die Kita gehen wird. „Ich bin ein großen Mädchen, keine Kita mehr!“ Genau. Mein großes Mädchen. Und mein großes Mädchen braucht jetzt erst mal eine Auszeit. Um zu verarbeiten, um Ängste abzubauen, um ganz viel Zeit mit Mama zu verbringen. Papa kommt und das Krümelmonster schenkt ihm ein Foto aus dem Portfolio. Wir besprechen den nächsten Tag, denn wir wollen zusammen auf den Kindergeburtstag von Monsterchens Kumpel B. gehen. Heute will sie aber gar nicht wirklich weg, umarmt mich noch mal, flüstert mir ins Ohr dass sie wirklich bald wieder kommt. Mama wartet doch, oder? Ich küsse sie, beruhige sie, dass ich immer auf sie warte und mich ganz dolle auf sie freue. Sie lächelt, wir umarmen und küssen uns noch ganz oft, bevor sie um kurz nach 19:00 Uhr schlussendlich ins Auto einsteigt.

Nachdem ich noch ein paar mal dem Auto nachgewunken habe, gehe ich wieder nach oben. Ich hole eine Packung Chocnut White aus meinem Versteck und schaue mir ein bisschen Gronkh an, bevor mir um halb 9 die Augen zufallen. Ok, ich mache ein kurzen Nickerchen… aber nur ein ganz kleines….

….und dann war es 1:45 Uhr. Ich hab nicht gut geschlafen, hab nur vom Krümelmonster und seinem traurigen Gesicht geträumt, als ich es daran erinnerte dass heute wieder Papa sie abholt. Sie wollte dass ich mitkomme, das war noch nie so stark wie heute. Sonst freut sie sich immer wenn Papa sie abholt und ich ihr erkläre, dass wir uns ja schon zwei Tage später wiedersehen. Ich lasse den Tag Revue passieren und bin traurig. Heute ging ein wichtiger Teil in L. Leben zu Ende, aber im Moment ist es besser so. Ihre Verlustängste sind groß, sie ist unausgeglichen und schläft oft nicht gut. Im Moment braucht sie mich mehr als sonst, viel mehr. Sie will morgens nicht in die Kita gehen, bittet mich nicht arbeiten zu gehen, zu Hause zu bleiben. Also gönnen wir uns erst mal eine Auszeit bis es meinem Krümelmonster wieder besser geht.

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